Vaterland Schweiz: Das Wichtigste in Kürze

MenCare Schweiz-Report Vol. 1

9 von 10 Männern in der Schweiz wünschen sich eine Familie mit mindestens zwei Kindern. 8 von 10 Männern in der Schweiz dürften Väter werden (offizielle Zahlen fehlen).
5 von 10 Männern in der Schweiz leben mit Kindern im gleichen Haushalt.
1 von 10 Väter kleiner Kinder in der Schweiz hat seine Erwerbstätigkeit reduziert.
9 von 10 Vätern sagen, sie würden dies auch wollen, wenn sie nur könnten.

  • Familie und Vaterschaft werden in der Schweiz aussergewöhnlich stark als Privatsache gesehen. Die zugrunde liegende Annahme, Familien könnten sich unabhängig von Rahmenbedingungen und Strukturen entwickeln, ist wissenschaftlich allerdings unhaltbar.
  • Väter waren bis vor kurzem kein eigenständiges Thema für die Forschung. Das hat sich geändert. Immer mehr interessiert nun auch die Frage, wie sich Väter selbst sehen und fühlen. Dies ergänzt die funktionalistische Frage, welchen Nutzen väterliches Engagement für Kinder, Mutter, Familie und Gesellschaft hat.
  • Männer jagen, Frauen sammeln? Menschen neigen dazu, herrschende Leitbilder als ‚natürlich gegeben’ zu betrachten, obwohl sie stark durch Rahmenbedingungen (Kultur, Wirtschaft, Recht etc.) bestimmt sind und stetig wandeln. Dies gilt auch für die Vorstellungen, was eine ‚gute Mutter’ resp. ‚ein guter Vater’ ist. Die Forschung zeigt dabei: Mütter sind nicht ‚von Natur aus’ besser für die Kinderbetreuung geeignet. Es eine Frage der Praxis innerhalb des Paares, ob das väterliche Potenzial aktiviert wird und sich entwickeln kann.
  • 9 von 10 Schweizerinnen und Schweizer möchten Eltern von mindestens zwei Kindern werden. Mehr Männer als Frauen sehen Kinder als Voraussetzung für ein erfülltes Leben. Gleichzeitig gilt es bei Männern zwischen einem Kinder- und einem Familienwunsch zu unterscheiden. Während ersteres im wörtlichen Sinn den eigenständigen Wunsch nach einem Kind und einer gelebten Beziehung zu ihm meint, ist mit zweiteren eher die ‚Lebensform Familie‘ und das Erreichen des Status als Familienvater gemeint.
  • Rund die Hälfte der männlichen Bevölkerung im Alter zwischen 30 und 63 Jahren lebt in einem Haushalt mit Kindern. Der Anteil der Männer, die Kinder haben, dürfte bei rund 80% liegen. Die Zahl der Väter in der Schweiz können wir aber letztlich nur schätzen, weil sie in den amtlichen Statistiken nicht systematisch erfasst werden. Im Durchschnitt ist der Schweizer Vater 30.9 Jahre alt, wenn er zum ersten Mal Vater wird.
  • Für Haus und Familie arbeiten Frauen heute 27.5 Stunden pro Woche, Männer 17.3 Stunden pro Woche. Wie ungleich die Verteilung der Care-Arbeit zwischen den Geschlechtern eingeschätzt wird, hängt auch davon ab, welche Tätigkeiten als Sorge-Arbeit anerkannt werden. Mit einem weiblich geprägten Care-Begriff riskieren wir, Engagements von Vätern für die Familie (neben der Erwerbsarbeit z.B. auch ‚typisch männliche’ Tätigkeiten wie die Autowäsche) und die Gesellschaft (z.B. als Juniorenfussballtrainer) zu übersehen.
  • Das Bild des Vaters als Patron und Ernährer der Familie hat ausgedient: Die Mehrheit der Männer in der Schweiz wollen präsente und emotional involvierte Väter sein. Das Ernährermodell findet nur noch in der heutigen Rentner-Generation sowie in tieferen Bildungsschichten eine Mehrheit. Dieser Wandel ist auf Einstellungsebene deutlich feststellbar. In der Praxis aber zeitverzögert an. Die Ernährerrolle bleibt zentraler Pfeiler väterlicher Identität. Mehr Zeit zum Vatersein als der Durchschnitt nehmen sich Männer mit Teilzeitjob oder Vollzeitjob mit normalen Arbeitszeiten. Väter ohne Schweizer Pass engagieren sich im statistischen Schnitt mehr als Väter mit Schweizer Pass.

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160523_rapport_web.pdf160523_rapport_web.pdfMenCare Schweiz-Report Vol. 1: Vaterland Schweiz/Rapport MenCare Suisse vol. 1: "Patrie Suisse"

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Diana Baumgarten

ist Forschungskoordinatorin des Schweizerischen Instituts für Männer- und Geschlechterfragen SIMG und u.a. verantwortlich für die MenCare-Reports. 

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