Beruflicher Quereinstieg: Wie funktioniert das genau?

Sie können auf drei Wegen zum «Fachmann Betreuung» werden.

1. Verkürzte Lehre

Wenn Sie bereits im Berufsfeld Betreuung Praxiserfahrung haben, besteht die Möglichkeit, die Ausbildungszeit um einen Drittel zu verkürzen.

Voraussetzungen:

  • Sie verfügen über eine mindestens zweijährige Praxis in Form einer Anstellung von mindestens 60% im Berufsfeld Betreuung und weisen das vollendete 22. Altersjahr auf.
  • Die Allgemeinbildung (ABU) muss vor der Ausbildung abgeschlossen sein (Dispensation möglich aufgrund einer Vorbildung z.B. eidg. Berufsabschluss EFZ, Matura-Abschluss oder gleichwertiges Diplom) oder Sie absolvieren den Allgemeinbildenden Unterricht vor Ausbildungsbeginn, z. B. im Jahreskurs an der Berufs- Fach- und Fortbildungsschule BFF.
  • Die theoretische Ausbildung wird an der BFF unterrichtet.
  • Während der Ausbildung kann im Betrieb mind. 50% gearbeitet werden, dazu kommt der Schulunterricht und die überbetrieblichen Kurse (25%).
  • Während der Ausbildung wird ein Lohn ausbezahlt, die Empfehlungen dazu finden Sie auf der Website der OdA Soziales Bern

Informationen zu den Ausbildungsgängen an der BFF:

2. Abschluss nach Artikel 32 der Berufsbildungsverordnung BBV

Sie können sich direkt um Zulassung zur Abschlussprüfung bemühen. Um eine Zulassung ohne Lehrvertrag zu erhalten, sind gemäss der Bildungsverordnung folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Zum Zeitpunkt der Prüfung müssen Sie mind. 5 Jahre generelle Berufstätigkeit ausgeübt haben,
  • davon mindestens 4 Jahre mit einem minimalen Arbeitspensum von 50% im Berufsfeld Betreuung.
  • Sie müssen glaubhaft darlegen können, dass Sie den Anforderungen der Abschlussprüfung gewachsen sind.

Nebst diesen Voraussetzungen ist durch den Kandidaten sicherzustellen, dass die individuelle praktische Arbeit (IPA, Teil der Ausbildung) in einem geeigneten Betrieb stattfinden kann.

3. Validierung nach Art. 31 Abs. 2 der Verordnung über die Berufsbildung BBV

Mit spezifischer Berufserfahrung können Sie sich einem Validierungsverfahren unterziehen, in dem Ihre berufliche Eignung individuell geprüft wird. Einen eigentlichen Ausbildungsgang und eine Abschlussprüfung gibt es nicht, das Verfahren ist aber dennoch aufwendig. Ein deutschsprachiges Verfahren wird in Zürich angeboten, im Kanton Bern wird nur ein französischsprachiges Verfahren durchgeführt.

Allgemeine Voraussetzungen:

  • 5 Jahre Berufserfahrung, davon 3 Jahre berufsspezifisch im Feld Betreuung
  • gute Deutschkenntnisse
  • Durchhaltewille und hohe Selbstorganisation

Das eigentliche Verfahren ist in 5 Phasen gegliedert:

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Andreas Borter

ist Leiter des Schweizerischen Instituts für Männer- und Geschlechterfragen (SIMG). Das SIMG ist der Forschungs- und Fachpartner von männer.ch im nationalen Programm MenCare Schweiz und betreut verschiedene Teilprojekte. 

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Andreas Borter

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